Um eine Geschichte oder ein Buch zu schreiben, braucht man zu aller erst eine gute Idee. Die meisten von uns haben ständig Einfälle und Ideen, doch die wenigsten schreiben diese auch wirklich auf. Es reicht jedoch bei weitem nicht aus, für einen Text eine gute Idee zu haben. Oft braucht man viele Ideen und muss diese ausbauen und weiterentwickeln. Die folgenden Methoden sollen euch dabei helfen, aus einer vagen Idee Material zu entwickeln, mit dem ihr weiterarbeiten könnt.
1. Brainstorming
Das Brainstorming ist der Klassiker, um Ideen zu entwickeln oder auszubauen. Nehmt euch ein großes Blatt Papier zur Hand und formuliert das Ziel, zum Beispiel: »Was fällt mir zum Handlungsort ein?« Dann schreibt alles auf, was euch durch den Kopf geht. Hierbei gelten folgende Regeln:
– Keine Bewertungen oder Kritik. Einfach alles aufschreiben, was euch einfällt, egal wie abstrus es zunächst scheint.
– Schreibt so viel auf, wie euch einfällt, und lasst euch dabei 20 bis 30 Minuten Zeit.
– Lasst euch von den ersten Ideen zu neuen Einfällen weiterführen, auch wenn ihr euch damit vom zuerst genannten Thema zu entfernen scheint.
– Die Ideen werden erst sortiert, wenn das Brainstorming abgeschlossen ist.
2. Mind-Mapping
Auch das Mind-Mapping ist ein Klassiker unter den Schreibwerkzeugen und gehört unbedingt in das Repertoire eines jeden Schriftstellers. Nehmt euch auch hierfür ein großes Blatt Papier, verschiedene Stifte und los geht`s. Das Thema schreibt ihr diesmal in die Mitte des Blattes. Notiert nun waagerecht in Schlüsselwörtern alle Punkte, die euch zum Thema einfallen. Einige Begriffe fungieren dabei als Oberbegriffe, andere wiederum sind Unterbegriffe einer Kategorie. Überlegt immer vorher, zu welchem Oberbegriff ein neues Wort passen könnte. Fällt euch einmal kein Oberbegriff ein, dann schreibt einfach das Wort hin. So arbeitet ihr euch von Ast zu Ast, vom Allgemeinen zum Speziellen. Ihr könnt die Äste beliebig erweitern oder auch springen, benutzt dazu die farbigen Stifte, Pfeile, Bilder etc. Grundsätzlich gilt: Schreibt alles auf, was euch einfällt. So entsteht ein großer Gedanken-Baum, der jedes Mal anders aussehen wird, denn das Gehirn speichert Informationen individuell ab. Später könnt ihr anhand der Begriffe, die ihr notiert habt, eure Ideen weiter ausbauen.
3. Clustern
Diese Methode ist eng mit dem Brainstorming verwandt und wurde von der Amerikanerin Gabriele L. Rico entwickelt. Das Clustern beruht auf der Annahme, dass wir zwei unterschiedliche Denkarten haben: das begriffliche und das bildliche Denken. Ein guter Text benötigt beide Denkweisen, und durch das Clustern werden beide miteinander vereint.
Auch hierfür benötigt ihr wieder ein großes Blatt Papier. In die Mitte des Blattes schreibt ihr das Thema, dabei ist es egal, ob es nur ein Wort oder ein ganzer Satz ist. Dann kreist ihr das Thema ein und schreibt nun rundherum alle Assoziationen auf, die euch dazu einfallen. Diese kreist ihr wieder ein und verbindet sie mit einem Strich mit dem Thema in der Blattmitte. Dann schreibt ihr die Assoziationen auf, die euch zu den neuen Wörtern einfallen, kreist diese ein und verbindet sie mit dem Kernwort, auf das sie sich beziehen. So entsteht ein traubenartiges Gebilde bestehend aus Assoziationen, mit denen man wunderbar Ideen weiterentwickeln kann.
Wichtig beim Clustern ist, sich selbst nicht unter Druck zu setzen und einfach den eigenen Gedanken bzw. Gedankensprüngen zu folgen. Nach ein paar Minuten wird dann klar, wie das Material, das man soeben zusammengestellt hat, zusammenpasst. Man muss aber nicht alle Zweige, aus denen der Cluster besteht, in den späteren Text übernehmen. Vielleicht dient der erste Cluster auch nur der Ideenfindung, die später in einem neuen Cluster weiterentwickelt wird. Das ist ganz euch überlassen.
4. Morphologische Matrix
Eine sehr strukturierte Art und Weise, um Material zusammenzustellen, ist die Methode »Morphologische Matrix«, die vom Schweizer Physiker Fritz Zwicky entwickelt wurde. Dazu formuliert ihr eine Frage oder ein Ziel und verwendet dann eine Tabelle, um Ideen zu sammeln. In der linken Spalte der Tabelle listet ihr die Dinge auf, zu denen ihr Einfälle benötigt. Rechts davon listet ihr die möglichen Lösungen auf. Auf diese Weise bekommt ihr sehr übersichtlich angeordnete Einzelideen, von denen ihr euch die besten aussuchen und kombinieren könnt.
Wenn ihr diese Methoden befolgt, dann könnt ihr sehr einfach aus einer vagen Idee eine ausgereifte Erzählung oder Geschichte entwickeln. Die Kreativtechniken eignen sich aber auch für andere Bereiche des Lebens, zum Beispiel zur Planung einer Party, zum Schreiben von Einkaufszetteln oder für die Urlaubsplanung.
Nun wünsche ich euch mithilfe der Tipps viel Spaß beim Entwickeln und Ausbauen eurer Ideen.
Eure Verena